Donnerstag, August 24, 2006

Singapore Gateway to SouthEastAsia

Am kleinen Darwin Int. Airport herrschte um 3 Uhr Nachts schon ueberraschend rege Betriebssamkeit und so komme ich gleich mit anderen Singapore Reisenden in Kontakt. Was sich spaeter noch als grosses Glueck erweisen sollte, denn ich werde von zwei Einheimischen die vom Australientripp auf Heimreise sind, zum Fischkopfdinner und Tigerbeer im Singapore-Rotlichtviertel eingeladen.

Foto: Rotlichtviertel, (wegen der roten Strassenlaternen)

Doch zunaechst werde ich, wie schon vom Australischem Zoll, genaustens unter die Lupe genommen. Singapore ist eine Megametropole, dementsprechend scheint hier, immer und ueberall, Sicherheitsstufe 1 zu herrschen. Mit 4 Mio. Einwohnern gibt es zwar noch groessere Metropolen, aber im Punkt "HighTech" ist Singapore ganz vorne.

(Gruppenfoto: Sir Thomas Stamford Bingley Raffles, geboren 1781 in Jamaika und Sir Bob Around the World, im Jamaika Jersey)
Selbstverstaedlich ist der "Changi" Flughafen mit der U-Bahn an die City angebunden; und das grosse Staunen beginnt bereits hier. Der Schienentunnel der U-Bahn bleibt hinter einer Glaswand verborgen, bis die U-Bahn einfaehrt und sich dann, genau passend zum Zug, die Schiebetueren oeffnen. "Mind the gap, please" erklingt es dann, Sicherheit geht vor. Singapore liegt zwar mitten in Asien, offizielle Landessprache ist aber unter anderem Englisch, was den Asieneinstieg deutlich vereinfacht. Auch spaeter noch sollte sich herrausstellen, dass Singapore nicht nur deshalb ideales "Gateway to Asia" ist. Singapore ist fuer Asien ungefaehr dass, was die Schweiz fuer Europa ist, nur extemer, weil noch kompakter und dadurch gigantischer wirkend. Singapore ist nicht nur vielsprachig wie die Schweiz, es ist auch ein kultureller Asienmix. Das bekomme ich als erstes in Little India zu spueren.

Der Backpacker meiner Wahl, liegt mittem im quirligen Little India. Dennis, den ich aus Darwin kenne, hat dort fuer mich einen Kontakt mit "Ben dem Kiwi" organisiert, und der hat mir das Hostel (fuer 18 Sin$ inkl. Fruehstueck und freiem Internet) als das beste und guenstigste der Stadt empfohlen. Nach meinen ersten Stadterkundungen kann ich das nur bestaetigen. Der Stadtteil Little India hat den attraktivsten Charakter, fremdartig und dabei familiaer, hektisch trotzdem gemuetlich.
Chinatown im Gegensatz dazu, hat wahrscheinlich durch seine zentralere Lage an Charakter eingebuest, zu Gunsten von Shoppingtempel, Restaurantmeilen und sonstigen Touriattraktionen.
Die Esplanaden und das Clark Quay sind zwar auch bei jeder Touri-Standrundfahrt dabei, dafuer aber so gigantisch, dass es mich absolut beeindruckt hat.

Zummenfassend nenne ich Singapore einfach "Konsumpolis". Denn Singapore ist wie die Stadt Metropolis aus Fritz Langs Klassiker, eine Stadt auf einem anderen Planeten, in einer fernen Zukunft (zumindest wenn man zuvor fast 3 Monate in Afrika war) und der Antrieb der Bewohner dieses Planeten heisst Konsum.

Tempel aller grossen Religionen finden sich in Singapore, was auch fuer die Weltoffenheit und Toleranz des Stadtstaat spricht. Am schoensten finde ich die Hindu Tempel, wahrscheinlich weil ich solche nie zuvor gesehen habe und sie deshalb am spektakulaersten wirken.

Foto: Sri Veeramakaliamman Temple, Little India, Singapore

Doch die eigentliche Religion der meisten Bewohner ist der Konsum. Das mag sich abgedroschen anhoehren, wird mir hier und jetzt aber erst richtig vorgefuehrt. Sichtbar wird dies schon an der dafuer noetigen Versorgung. Vom Oststrand der Insel Singapore, der uebrigens alles hat was ein echter sueostasischer Strand braucht um autentisch zu sein, also Kokusnuss- palmen, weissen Sand, freies Camping usw., sieht man am Horizont hunderte Schiffe kommen und gehen. Das Droehnen von Dieselmotoren der Ozeanriesen ist der nie verstummende Klang des Wohlstands der Stadt.


Die Gier der Konsumenten scheint keine Grenzen zu kennen und so schiessen ueberall neue Konsumtempel und Appartements in deren Naehe wie Palmen aus dem Boden. Die Architecktur dabei ist atemberaubend, Geld scheint beim bauen keine Rolle zu spielen. Trotz des Baubooms ist es den Stadtplanern gelungen Alt und Neu nahezu perfekt miteinander zu verbinden.

Foto: Clarke Quay, Vergnuegungsviertel, Singapore

Foto: City Hall mit Ufo, Singapore,

Ploetzlich geschieht etwas bisher einmaliges auf dieser Reise, ein monsunartiger Regenschauer holt mich aus der Gedankenwelt der modernen Konsumreligion zurueck in die nasse Realitaet. Es regenet, das erstemal auf den Tag genau seit 3 Monaten Reise. Der Regen tut gut. Die Hitze der Stadt ist noch eine Stufe heftiger als in Darwin. Kamen mir dort die Klimanlagen noch als uebertriebener Luxus vor, kann ich mir mittlerweile ein Leben ohne, kaum mehr vorstellen. Dieser Ansicht bin aber offensichtlich nicht nur ich, alles ist klimatisiert. Einige Shoppingstrassen sind sogar komplett mit Glasdaechern versehen und darunter auf gefuehlte Minustemperaturen gekuehlt. Kommt man schweissgebadet von draussen in einen solchen Tiefkuehlkonsumtempel, gefriert der Schweiss sofort Haut und Muskulatur ein, was dann zu einer verlangsamten Denk- und Bewegungsfaehigkeit fuehrt. Wie die Fliege im Spinnennetz kauft dann der ungeuebte Konsument aus "coolness" alles was die Kreditkarte hergibt, im reinsten Kaufrausch.

Foto: Esplanade, View downtown, Singapore
Foto: The bird, Boat Quay, Singapore

Meine Bemuehungen es den Konsumjuengern gleichzutun, sind bisher klaeglich gescheitert. Die gewuenschte richtige Armbanduhr zu finden oder den guenstigsten Fotokartenspeicher, scheint angesichts der Produktvielfalt ein Ding der Unmoeglichkeit. Ausserdem erscheint mir jede weitere Anschaffung im Wahrsten Sinne des Wortes als unoetiger Ballast im Rucksack, lieber wuerde ich von meinen 17.7 kg runter kommen. Campingkocher, Wasserfilder sowie Regenjacken stehen auf der Abschussliste, zuviel Gewicht und Platz, fuer ein bischen gefuehlte Unabhaengikeit. Wir werden sehen, bis Sonntag bleibt noch Zeit zum Konsumieren oder auch nicht, dann geht es weiter nach Bali zur Ali :-)

1 Kommentar:

Marco hat gesagt…

Hi BoB
Super Berichte! Sehr interessant. Hab fast alle Berichte gelesen. Da wartet man schon immer auf die nächsten, wie's weiter geht. Kriege schon beinahe 'Weltumrundungs-Feeling'. Viel Spaß noch in SouthEastAsia.
(Guter Tipp 'Jazzi Holiday')